Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus)

Die Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus) ist eine monotypische Vogelart aus der Familie der Schnepfenvögel. Sie ist die einzige Art der Gattung Lymnocryptes. Der in der borealen und subborealen Zone von Nordost-Europa bis Ostsibirien brütende Vogel ist in Mitteleuropa als regelmäßiger Durchzügler zu beobachten. Einzelne Individuen überwintern außerdem in den Niederlanden, in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Ungarn. Aus Polen gibt es vereinzelte Brutbeobachtungen.

Die 17 bis 19 cm lange Zwergschnepfe ist 40 bis 60 g schwer, hat eine Flügelspannweite von 30 bis 36 cm und ist damit deutlich kleiner als die ähnliche Bekassine. Am Rücken, der aus der Nähe metallisch grün schimmert, ist der Vogel schwarzbraun gefärbt und mit gelblichen Längsstreifen gezeichnet. Am Scheitel ist ein dunkler Mittelstreifen. Typisch ist der vier Zentimeter kurze und gerade Schnabel. Der Schwanz ist keilförmig und hat keinen Weißanteil.

Außerhalb der Brutzeit ist die Zwergschnepfe sehr schweigsam. Der Balzruf des Männchens ist dagegen noch in einer Entfernung von einem Kilometer zu hören. Es klingt logitokk logitokk und wird sowohl vom Boden aus als auch im Flug gerufen.

Im Sommer brütet die Zwergschnepfe in Sümpfen und Mooren von Skandinavien bis Ostsibirien. Zwergschnepfen sind Lang- und Kurzstreckenzieher Sie überwintern in West- und Nordwesteuropa, dem Mittelmeergebiet, in Nordafrika, im Sahel und in Vorderasien. Grundsätzlich werden zwei Populationen unterschieden, von denen die eine in Nordeuropa brütet und in Süd- und Westeuropa sowie in geringem Maße in Westafrika überwintert. Die zweite Population brütet in Westsibirien und überwintert zum größten Teil in Südwest-Asien und im Nordosten Afrikas bis nach Tansania. Als wichtige Überwinterungsgebiete dieser Population gilt der Süden Sudans und das Nildelta.

Der Lebensraum der Zwergschnepfe sind große Moore und nasse Wiesen. Während den Zugzeiten rasten sie in Flachmooren, feuchten bis nassen Wiesenflächen, Randgebieten von Verlandszonen mit Seggen, Rohrkolben- und Schilfbeständen sowie Schlick-, Schwemm- und Ruderalflächen.

Die Zwergschnepfe hält sich versteckt in der Vegetation auf, duckt sich bei Gefahr an den Boden. Die Fluchtdistanz an Rastplätzen und auf dem Gelege beträgt meist nur einen bis zwei Meter, manchmal sogar weniger als einen Meter. Der Vogel fliegt in raschem, fledermausähnlichem Flug stumm auf und landet nach kurzer Strecke wieder.

 

 FOTO:mIHAI bACIU