Zwergmöwe (Larus minutus)

 

Die Zwergmöwe (Hydrocoloeus minutus, Syn. Larus minutus) ist die kleinste Vogelart aus der Familie der Möwen (Laridae). Das stark zergliederte Brutgebiet reicht von Skandinavien und der südlichen Nordsee über Osteuropa bis ins Westsibirisches Tiefland, wo die Art ihren Verbreitungsschwerpunkt hat, sowie bis nach Transbaikalien. In der Nearktis konnte sie seit den 1960er Jahren eine kleine Population im Bereich der Großen Seen und nördlich davon etablieren.

Während die Zwergmöwe an Binnenseen und Sümpfen brütet, wo sie sich oft Kolonien von Seeschwalben oder Lachmöwen anschließt, ist sie außerhalb der Brutzeit auf dem offenen Meer zu finden. Die Hauptüberwinterungsgebiete reichen von der Ostsee westwärts bis in den Atlantik, südwärts bis Nordwestafrika und über den Mittelmeerraum bis zum Kaspischen Meer. Auf dem Zug kann die Art vielerorts an der Küste und an Binnengewässern auftreten. Zur Brutzeit ernährt sie sich vorwiegend von Insekten, im Winterhalbjahr von Fischen und anderen Meerestieren.

Die Zwergmöwe ist mit einer Körperlänge von 25–27 cm und einer Spannweite von 75–80 cm die kleinste Möwe und etwa um ein Drittel kleiner als eine Lachmöwe. Das Gewicht liegt bei adulten Männchen zwischen 82 und 127 g, bei Weibchen zwischen 68 und 113 und bei einjährigen Vögeln zwischen 66 und 121 g. Die Geschlechter lassen sich am Gefieder nicht unterscheiden. Junge Zwergmöwen sind nach zwei Jahren, also im dritten Kalenderjahr ausgefärbt. Die Art ist monotypisch.

Im Flug erinnert die Zwergmöwe an eine Seeschwalbe der Gattung Chlidonias oder an eine Nachtschwalbe. Oft fliegt sie mit lebhaften Flügelschlägen im teils taumelnden, teils hüpfend wirkenden Suchflug relativ dicht über der Wasseroberfläche. Bei adulten Vögeln wirkt die Flügelspitze abgerundet, bei Vögeln im ersten Lebensjahr spitz. Der sitzende Vogel wirkt aufgrund der kurzen Beine oft kleiner, als er ist. Der verhältnismäßig große Kopf ist sehr rundlich, der in allen Kleidern schwarze Schnabel kurz und schmal, was der Art ein „niedliches“ Aussehen gibt.

foto:Mihai Baciu