Weißbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybrida)

Die Weißbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybrida) ist eine Vogelart aus der Familie der Seeschwalben (Sternidae).

Die Weißbart-Seeschwalbe wird zwischen 24 und 28 Zentimeter lang und hat eine Spannweite von bis zu 63 Zentimetern. Im Vergleich zu anderen Sumpfseeschwalben ist sie größer, hochbeiniger und hat eine steifere Flugweise. Wenn die Weißbart-Seeschwalbe ihr Prachtkleid aufsetzt wird ihr Bauch und ihre Brust dunkelgrau und der Schnabel und die Beine rot. Wenn sie im Herbst oder Winter ihr Schlichtkleid aufsetzt ist der Hinterscheitel dünn schwarz gestrichelt und sie bekommt einen schwarzen Fleck hinter dem Auge. Der Bürzel und der Schwanz werden hellgrau wenn sie ihr Jugendkleid anlegt und der Rücken ist dann kräftig gelbbraun gemustert. Das erste Winterkleid sieht dem Schlichtkleid ähnlich, jedoch hat sie nun Flügel mit dunklen Armschwingen und den Schwanz noch aus dem Jugendkleid.

Die Weißbartseeschwalbe ist ein Zugvogel. Sie ruft laut und hölzern krrrk und zweisilbig ki-ik. Der Klang erinnert an den des Wachtelkönigs. Ihre Beutetiere, vorwiegend Insekten und seltener Fische, pickt sie im Flug von der Wasseroberfläche. Die Seeschwalbe brütet in Kolonien an schlammigen Seen, Flüssen und Sümpfen oft zusammen mit der Trauerseeschwalbe. Das Nest besteht aus Pflanzenteilen und wird in der Ufervegetation oder auf Inseln errichtet. Das Weibchen legt im Mai drei (selten zwei) beige, grünschattierte und dunkel gefleckte Eier. Das Gelege wird von beiden Geschlechtern 18 Tage lang bebrütet. Die Jungvögel sind Ende Juli flügge, bekommen aber noch weiterhin Nahrung von ihren Eltern.

Die Weißbartseeschwalbe lebt an reichlich bewachsenen Gewässern in Europa und Vorderasien. Sie kommt im Norden vom Aralsee über das Kaspische Meer bis zum Schwarzen Meer vor, im Süden ist sie von Pakistan bis zur Arabischen Halbinsel anzutreffen. In Europa gibt es sie in Weißrussland, im südlichen Teil der Ukraine, in Albanien, in der Türkei, in Nordgriechenland, Rumänien, Bulgarien, Südspanien, Süd- und Westfrankreich und in der Po-Ebene in Italien. Diese Art zieht im Juli nach Afrika und kommt Ende April oder Anfang Mai wieder in ihre Brutgebiete.

 

 

 

foto : mihai baciu