Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix)

Der Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix) ist ein Singvogel aus der Gattung der Laubsänger (Phylloscopus) und der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae). Es werden keine Unterarten unterschieden.

Beschreibung

Der Waldlaubsänger ist etwa elf bis dreizehn Zentimeter lang, hat eine Flügelspannweite von 19 bis 24 Zentimetern und ein Gewicht von etwa acht bis dreizehn Gramm. Der kleine Vogel hat einen weißen Bauch, eine gelbe Kehle und einen gelben Überaugenstreif, der Rücken ist grün, seine Brust gelblichweiß gefärbt. Männchen und Weibchen haben die gleiche Färbung. Die Lebenserwartung beträgt bis zu acht Jahre. Der Waldlaubsänger ist der größte aller heimischen Laubsängerarten. Sein Ruf klingt in etwa wie „sib“ oder „tüh“. Der Gesang besteht aus zwei Strophen: Die erste, sehr charakteristische, klingt wie eine anlaufende Nähmaschine ( Gesang?/i gleicht einem Accelerando), und die zweite ist ein abfallendes „düh-düh-düh ...“.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum

Der Waldlaubsänger ist ein Brutvogel des Laubwaldgürtels im Westen der Paläarktis und ein Langstreckenzugvogel. Er lebt in lichten Laub- und Mischwäldern, Buchenwäldern und Parkanlagen. Das Verbreitungsgebiet reicht von Großbritannien über den Südosten Norwegens und Schwedens sowie Finnland bis an den westlichen Rand von Sibirien. Die südliche Verbreitungsgrenze verläuft durch den Süden Frankreichs und den Süden Bulgariens, Moldawiens und der Ukraine. In Mitteleuropa ist der Waldlaubsänger in Laubwaldbeständen weit verbreitet und kommt von der Tiefebene bis zur Montanstufe vor. Im Kanton Jura kommt er vereinzelt bis in Höhenlagen von 1.400 Metern vor, in den Alpen dagegen übersteigt er nur selten Höhen von 1.300 Metern.

Von April bis September ist er in fast ganz Mitteleuropa anwesend, sein Winterquartier liegt im tropischen Afrika. Abreisezeit und Zugrichtung sind angeboren.

Ernährung

Der Waldlaubsänger ernährt sich von Spinnen, Weichtieren, Insekten und deren Larven. Im Herbst frisst er gelegentlich auch Beeren.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt nach einem Jahr ein. Waldlaubsänger leben überwiegend eine monogame Brut- oder Saisonehe. Nach einsetzender Bebrütung beginnen zwischen dreißig und sechzig Prozent der verpaarten Männchen in einem kleineren Zweitrevier um ein zweites Weibchen zu werben.

Die Hauptbrutzeit ist Mai bis Juli. Das aus Halmen und Gras erbaute backofenförmige Nest liegt gut versteckt im Bodengestrüpp. Das Weibchen legt sechs bis sieben Eier, die 12 bis 14 Tage bebrütet werden. Die Jungvögel bleiben nach dem Schlüpfen noch 12 bis 13 Tage im Nest. Der europäische Bestand wird auf rund 7 Millionen Brutpaare geschätzt.

foto:Mihai Baciu