Kolbenente (Netta rufina)

 

Die Kolbenente (Netta rufina) ist eine etwa stockentengroße Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Sie zählt zu den Tauchenten und kann bis zu 30 Sekunden unter Wasser bleiben. Das Männchen ist im Prachtkleid mit seiner fuchsroten Kopffärbung und dem karminroten Schnabel unverkennbar.

Das Brutgebiet der Kolbenente ist nur in Mittelasien geschlossen. Das europäische Brutgebiet ist dagegen disjunkt und hat seine Schwerpunkte im westlichen Mittelmeergebiet. Die inselartigen Vorkommen in Mitteleuropa sind auch darauf zurückzuführen, dass die Kolbenente erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts Mitteleuropa besiedelte. Carl von Linné war diese Art daher unbekannt. Die wissenschaftliche Artbeschreibung erfolgte erst durch den aus Berlin stammenden Arzt und Naturforscher Peter Simon Pallas, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter anderem ausgedehnte Forschungsreisen in Russland unternahm und dort diese Art entdeckte.

Die 45 bis 55 cm große Kolbenente wiegt 800 bis 1500 g und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 90 cm. Das Männchen hat im Prachtkleid einen sehr auffälligen, rotbraunen dicken Kopf und einen leuchtend scharlachroten Schnabel, der sich scharf gegen die Kopffärbung abhebt. Der im vergleich zum Körper überproportional große Kopf wird zusätzlich durch eine lose Federhaube betont. Die Augen sind rot. Brust, Kropf, Unterschwanzdecken sowie der Bauch sind schwarz. Die Flanken sind weiß und der Rücken sowie die Flügel braun gefärbt. Im Flug sind der weiße Flügelvorderrand sowie die breite weiße Flügelbinde unverkennbar. Im Schlichtkleid ähnelt das Gefieder der Männchen dem der Weibchen. Sie lassen sich von ihnen durch die kontrastreichere Kopffärbung sowie die im Vergleich zum Prachtkleid zwar blassere, aber immer noch durchgehend rote Schnabelfärbung unterscheiden.

 

Das Weibchen hat ein braunes Gefieder, bei dem die Flanken und der Hals etwas heller sind als der Rücken. Der Oberkopf ist ab der Höhe der Augen dunkelbraun. Die Wangen sowie der Unterhals sind dagegen weißlich grau oder hellgrau. Der Schnabel ist dunkel braun und hat an der Spitze ein hellrotes Band. Die hellgrauen Wangen sowie diese rote Querbinde an der Spitze des Schnabels sind ein wesentliches Erkennungsmerkmal, um die Weibchen der Kolbenente von den Weibchen anderer Entenarten zu unterscheiden. Bei schwimmenden Weibchen sind die weißen Unterflügeldecken außerdem als weißer Fleck in Schwanznähe erkennbar.

Die Kolbenente wird bis sieben Jahre alt. Der Ruf der Männchen ist vor allem während der Fortpflanzungszeit zu hören. Er klingt in etwa wie ein nasales bät oder brät und ist häufig in Triller eingebettet.